Speis und Kurzweil nach mittelalterlicher Weise
Man sollte es kaum glauben, aber nun liegt es schon weit hinter uns: Das 6. Holzgerlinger Stadtfest, das am Wochenende des 16./17.07.11 Besucher von nah und fern anlocken konnte und so mit Strömen von Menschen die Innenstadt belebte.
Dieses Stadtfest kann man mit Fug und Recht ein Fest der Gegensätze nennen: Alt traf Neu, Historisches die Gegenwart und strahlenstem Sonnenschein folgte strömender Regen. Während am Samstag mit einem Luftballonstart der Kindergartenkinder und dem Fassanstich vom Bürgermeister das Fest bei richtigem Sommerwetter seinen Anfang nahm, blieb hingegen am Sonntag wegen Dauerregen fast die Küche kalt.
Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und hier und da historisch gewandete Personen, dieses Bild bot sich dem Besucher, der am Samstag den Weg nach Holzgerlingen gefunden hatte. Eine einzige pulsierende Festmeile, auf der Tausende das bunte Treiben und das reichhaltigen Angebot genossen. Gaukler und Musiker, Akrobaten und Straßenkünstler unterhielten ein staunendes Publikum und historische Handwerker zeigten ihr Geschick in der Turmstraße und auch der Hinteren Strasse. Viele Besucher fanden auch den Weg in den Stadtpark, wo ihnen Historisches für Auge, Ohr und Gaumen geboten wurde. Die Bänke der Gaststube „Einkehr zur friedlichen Ruh`“ waren gut gefüllt. Konnte man hier doch lukullische Köstlichkeiten genießen, die an mittelalterliche Zeiten erinnerten. Auch historisches Handwerk war zu bestaunen, Schreiner, Glaser, Flaschner und Schmied konnte man über die Schultern schauen und der ein oder andere ließ sogar die Kleinen den Hammer schwingen oder formte Rosen und Windspiele aus Metall. Die Gruppe Saltatio aus Stetten hatte im hinteren Teil des Parks ein mittelalterliches Lager aufgeschlagen. Dort konnte sich jeder im Bogenschießen üben oder gefährliche Schwertkämpfe bestaunen. Vervollständigt wurde das Programm im Park mit „Des Geyers schwarzer Haufen“, die den Zuhörern die sommerliche Abendstunden mit zotigen und launigen Liedern füllten. Auf Dudelsäcken, Flöten, Krummhorn, Drehleier und besonders beeindruckend auf der Nyckelharpa interpretierten die drei Mannen um Albrecht Schmidt-Reinthaler mittelalterliche Lieder. Die Stimmung im Park und auf den Festmeilen war hervorragend und so wurde bis in die Morgenstunden gefeiert.
Ganz anders der Sonntag, dem zweiten Tag des Stadtfestes. Regen in Bindfäden verleidete vielen Besuchern den Weg zum Fest. Statt Menschenmengen gab es jetzt vereinzelt Regenschirme, die in den Strassen umherwanderten. Die traumhafte und stimmige Musik der Gruppe Silberschatten, die ab Mittag aufspielte, hörten leider nicht viele Besucher.
Ein halbwegs versöhnliches Ende nahm das Stadtfest dann aber doch, als gegen späten Nachmittag der Regen aufhörte, der Himmel tatsächlich aufbrach und sofort wieder Menschen die Innenstadt bevölkerten. So war dann tatsächlich gegen 22.15Uhr, als das vorgezogene Feuerwerk den Holzgerlinger Himmel erhellte, eine stattliche Menschentraube auf dem Marktplatz versammelt. Das Musikfeuerwerk von Joachim Berner begeisterte und stellte so einen fulminanten und angemessenen Schlusspunkt für ein gelungenes Fest.
Weitere Impressionen finden Sie hier: Bildergalerie Stadtfest 2011





