Die Zeit für den Heizungstausch läuft

28. September 2026

Wer noch mit Öl oder Gas heizt und ohnehin über einen Heizungstausch nachdenkt, für den könnte es sich lohnen, die Entscheidung nicht zu lange aufzuschieben. Denn während insbesondere die Heizölpreise zuletzt kräftig gestiegen sind, verändern sich ab 2027 auch die Bedingungen der staatlichen Heizungsförderung.

Wie deutlich sich die Energiemärkte bewegen können, zeigt die aktuelle Entwicklung: Im August 2026 lag der Preis für leichtes Heizöl in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 49,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Energieprodukte insgesamt verteuerten sich gegenüber August 2025 um 10,5 Prozent. Erdgas war im gleichen Zeitraum zwar günstiger, langfristig bleibt bei fossilen Brennstoffen jedoch zusätzlich die CO₂-Bepreisung ein Kostenfaktor. 2026 liegt der CO₂-Preis für fossile Brennstoffe in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne.

„Wer heute seine alte Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe austauscht, macht sich unabhängiger von fossilen Energieträgern und kann gleichzeitig von den derzeit noch attraktiven Fördermöglichkeiten profitieren“, sagt Timo Drieselmann von der Drieselmann GmbH.

Förderung sinkt ab Februar 2027

Aktuell beträgt die Grundförderung für eine förderfähige neue Heizung 30 Prozent. Für selbstnutzende Eigentümer kann beim Austausch bestimmter bestehender Heizungen zusätzlich ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent hinzukommen. Abhängig vom Haushaltseinkommen sind weitere Boni möglich. Insgesamt kann die Förderung unter den entsprechenden Voraussetzungen derzeit bis zu 70 Prozent, bei bestimmten selbstnutzenden Eigentümern mit geringerem Haushaltseinkommen sogar bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen.

Doch die Bedingungen verändern sich: Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus erstmals um vier Prozentpunkte. Anschließend wird er halbjährlich weiter reduziert. Gleichzeitig verringert sich der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit ab diesem Zeitpunkt halbjährlich um 750 Euro. Für Eigentümer, bei denen der Austausch einer älteren Heizung ohnehin absehbar ist, kann es deshalb sinnvoll sein, sich frühzeitig mit der Planung und den individuellen Fördermöglichkeiten zu beschäftigen.

Wärmepumpe und Photovoltaik

Eine Wärmepumpe benötigt kein Öl oder Gas. Sie nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser und macht diese mithilfe von Strom für Heizung und Warmwasser nutzbar. Besonders interessant kann die Verbindung mit einer Photovoltaikanlage sein. Ein Teil des benötigten Stroms lässt sich dann auf dem eigenen Dach erzeugen. Batteriespeicher und intelligentes Energiemanagement können den Eigenverbrauch zusätzlich optimieren.

Auch größere Gebäude sind längst kein grundsätzliches Hindernis für Wärmepumpentechnik. Bei Mehrfamilienhäusern können beispielsweise mehrere Wärmepumpen zu einer Kaskade zusammengeschaltet werden. Je nach Wärmebedarf werden einzelne Geräte zu- oder abgeschaltet.

„Auch Mehrfamilienhäuser lassen sich mit Wärmepumpen zukunftssicher beheizen. Durch eine Kaskade aus mehreren Wärmepumpen kann die benötigte Leistung flexibel bereitgestellt und an den tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes angepasst werden“, erklärt Timo Drieselmann.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die Frage, ob eine Wärmepumpe grundsätzlich funktioniert. Vielmehr sollte für jedes Gebäude geprüft werden, welche Lösung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist – und welche Fördermöglichkeiten dafür aktuell zur Verfügung stehen.

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