Wenn Tageslicht und Sonne fehlen

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So begegnen Sie Stimmungsschwankungen

Der trübe Herbst- und Winterhimmel spiegelt das Unwohlbefinden vieler Menschen wieder, die unter dem jahreszeitlich bedingten Lichtmangel zu leiden haben. Während sich unsere Stimmung eher an dem Wetter zu orientieren scheint, so reagiert unser Körper in vielerlei Hinsicht auf das verminderte Tageslicht.

Eine Vielzahl von biochemischen Prozessen laufen in unserem Körper ab, die durch das Sonnenlicht gesteuert und durch mangelndes Tageslicht gestört werden. Wer sich richtig ernährt und sich auch in der dunklen Jahreszeit täglich mindestens eine Stunde tagsüber an der frischen Luft aufhält, egal, ob die Sonne scheint oder nicht, ist recht gut gewappnet. Da unsere Ess- und Lebensgewohnheiten jedoch nicht selten davon abweichen, bestraft uns unser Körper mit leichten Mangelerscheinungen bis hin zu schweren Winterdepressionen.

Vitamin D (eine Zusammenfassung div. fettlöslicher Vitamine) wird hauptsächlich über das Sonnenlicht produziert und weniger über die Nahrung aufgenommen. Wie man heute weiß, genügt das Tageslicht insbesondere in den Wintermonaten nicht, um den Vitamin-D-Spiegel ausreichend hoch zu halten. Auch wenn es lange Zeit hieß: "Wer sich gesund ernährt, braucht keine Vitaminpräparate", so raten Ärzte heute dazu, Vitamin D nahrungsergänzend einzunehmen. Das Vitamin D ist ein wichtiger Regulator für den Knochenstoffwechsel insbesondere für die Einbindung von Kalzium und somit auch ein wichtiges Vitamin zur Osteoporose-Vorbeugung. Nahezu jeder zweite Osteoporosepatient weist einen Vitamin-D-Mangel auf! Milch, Butter und Fischprodukte können den Körper zusätzlich, jedoch nicht ausreichend, über die Nahrung mit Vitamin D versorgen.

Warum Schokolade die Stimmung hebt

Das Serotonin, auch "das Glückshormon" genannt, wird auf natürliche Weise durch das Sonnenlicht gesteuert. Je länger die Lichteinwirkung auf unseren Körper andauert, desto höher steigt der Serotoningehalt. Da der Verzehr von Schokolade ebenfalls den Serotoninspiegel anhebt, kann Schokolade in der trüben Jahreszeit helfen, die Stimmung positiv zu beeinflussen.

Die Winterdepression (saisonal-affektive Störung)

Eigenarten der Winterdepression sind Heißhungerattacken auf Kohlehydrat-Produkte verbunden mit einer Gewichtszunahme (im Gegensatz zu Appetitlosigkeit) sowie verlängerte Schlafzeiten, ohne Linderung der Beschwerden (im Gegensatz zu Schlafstörungen). Die leidvolle Winterdepression verabschiedet sich im Frühjahr zwar von selbst, doch dieser mehrmonatig anhaltende Zustand ist kaum hinnehmbar und daher werden je nach Schweregrad verschiedene Behandlungsmöglichkeiten angeboten.

Die Lichttherapie

Sie kann vom Arzt verschrieben werden. Hier wird der Patient von einer sogenannten "Lichtdusche" mit einer hohen Beleuchtungsstärke bestrahlt. Die Bestrahlung mit Licht sorgt auch hier u.a. dafür, dass der Serotoninspiegel angehoben wird. Ein Bräunungseffekt der Haut wird nicht erzielt, da die für Haut und Augen schädlichen UV-Strahlen herausgefiltert werden.

Warum das Solarium nicht hilft

Die Lichttherapie muss bei geöffneten Augen stattfinden, damit sie wirken kann. Wer im Solarium während der Bestrahlung die Augen geöffnet lässt, darf jedoch mit einer Schädigung seiner Augen rechnen! Davor ist also dringend abzuraten.

Das Johanniskraut

Das Johanniskraut kann bei der Winterdepression ebenfalls helfen. Die Behandlung und Dosierung sollte aber unbedingt mit dem Arzt abgeklärt werden. Insbesondere wenn es sich um eine stärkere Depression handelt, sollten Selbstmedikationen unterbleiben.

Quelle: portalgesund.de